Eine DXP bekommt ihre Freigabe selten deshalb, weil das Marketing sie sich wünscht. Vorstand und Geschäftsführung prüfen Risiko, Kosten, strategischen Nutzen und den Zeitpunkt. Wer seine Argumente in diese Kategorien übersetzt und IT und Einkauf vorher einbindet, geht mit einem stärkeren Antrag in die Sitzung, vor allem wenn er mit einem begrenzten Pilot beginnt.
Für die Marketingleiterin liegt der Nutzen auf der Hand. Die Redaktion baut eine neue Produktseite selbst, statt ein Ticket bei der Agentur aufzugeben und auf einen freien Termin zu warten. DXP steht für Digital Experience Platform, ein System, das Inhalte an einer Stelle verwaltet und an Website, Portale, Datenblätter oder Apps ausspielt.
In der Vorstandssitzung klingt dasselbe Anliegen schnell nach einer Werkzeugfrage des Marketings. Daneben liegen andere Anträge, die um dasselbe Budget konkurrieren, etwa ein neues ERP-Modul oder eine zusätzliche Stelle im Vertrieb. Damit die DXP dort besteht, muss sie in der Sprache der Geschäftsführung ankommen.
Das Wichtigste in Kürze
- //Vorstände prüfen Vorhaben nach Risiko, Kosten, strategischem Nutzen und Zeitpunkt.
- //Marketing-Argumente wirken erst, wenn sie in Marktgeschwindigkeit, Unabhängigkeit und Folgekosten übersetzt sind.
- //Ein Business Case auf einer Seite zwingt zur Klarheit und endet mit einem konkreten Beschlussvorschlag.
- //IT und Einkauf sollten mitreden, bevor der Vorschlag im Vorstand liegt.
- //Ein Pilot mit klar begrenztem Umfang senkt das Risiko, das der Vorstand genehmigen muss.
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Perspektive wechseln
Wie eine Geschäftsführung Ihren Antrag liest
Eine Geschäftsführung sieht viele Investitionsanträge, und jeder konkurriert um dasselbe Budget und dieselbe Aufmerksamkeit. Geprüft wird meist nach einem ähnlichen Muster, auch wenn es selten jemand ausspricht.
Zuerst geht es um das Risiko. Was passiert, wenn das Projekt scheitert oder länger dauert, und was passiert, wenn wir gar nichts tun? Dann um die Kosten, also was Einführung und Betrieb kosten und wie sich das zum heutigen Stand verhält. Die dritte Frage betrifft den strategischen Nutzen: Zahlt das Vorhaben auf Unternehmensziele wie neue Märkte, Vertrieb oder Effizienz ein? Und schließlich will jemand wissen, warum das jetzt sein muss und nicht in zwei Jahren.
Beantworten Sie diese vier Punkte vorab, wird die Diskussion kürzer. Lassen Sie sie offen, kommen sie als Rückfragen zurück, oft in der Sitzung selbst und ohne Zeit für eine gute Antwort.
Manche Anträge scheitern schon an der Formulierung. Marketing beschreibt, was im Arbeitsalltag besser wird, und der Vorstand hört darin die Werkzeugfrage einer einzelnen Abteilung. Es lohnt sich deshalb, jedes Argument in eine Wirkung auf das Unternehmen zu übersetzen.
Aus „Wir können Seiten selbst bauen“ wird dann: Neue Produkte und Kampagnen gehen schneller online, ohne dass wir auf externe Kapazitäten warten. „Das alte CMS ist umständlich“ heißt im Vorstand besser: Wir verringern unsere Abhängigkeit von einzelnen Personen und Dienstleistern. Und wer mehr Sprachen braucht, sagt, dass die Website den Eintritt in neue Märkte nicht länger bremsen soll.
Mit „Headless ist moderner“ kann eine Geschäftsführung wenig anfangen. Headless heißt, dass Inhaltsverwaltung und Darstellung technisch getrennt sind. Für den Vorstand zählt die Folge davon: Inhalte werden einmal gepflegt und in mehreren Kanälen genutzt, was die Folgekosten bei jedem neuen Kanal senkt. Technikbegriffe brauchen Sie nur dort, wo es ohne sie nicht geht, und dann mit einer Erklärung in einem Halbsatz.
Bereiten Sie für jede Frage eine Antwort in zwei bis drei Sätzen vor.
Was Sie vor der Sitzung beantworten sollten
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Was kostet es, wenn wir nichts tun?
Die Kosten des Weiterbetriebs sind der Vergleichsmaßstab. Dazu gehören interne Arbeitszeit, Agentur-Tickets, Sicherheitsrisiken und verlorene Anfragen.
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Wie groß ist das Risiko, und wie begrenzen wir es?
Nennen Sie die größten Risiken offen und zeigen Sie, wie Sie sie begrenzen, etwa mit einem Pilotprojekt und festen Ausstiegspunkten.
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Woran messen wir den Erfolg?
Legen Sie wenige Kennzahlen fest, die sich vor und nach dem Projekt erheben lassen, etwa die Zeit bis zur Veröffentlichung oder die Zahl externer Tickets.
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Business Case
Eine Seite, die mit einem Beschlussvorschlag endet
Für den Business Case reicht eine Seite, wenn sie gut gegliedert ist. Die Beschränkung hilft Ihnen selbst, weil Sie das Wichtigste zuerst nennen müssen. Details wandern in den Anhang.
Am Anfang steht die Ausgangslage, also welches Problem Sie heute haben, in zwei, drei Sätzen. Darauf folgt das Ziel, messbar formuliert: Was soll nach dem Projekt anders sein? Die Lösung beschreiben Sie in einfachen Worten und ohne Produktvergleich. Danach kommen die Kosten für Einführung und Betrieb über fünf Jahre, gestellt neben die Kosten des Weiterbetriebs, und der Nutzen für Markt, Vertrieb, Effizienz und Risiko.
Im zweiten Teil der Seite stehen die Risiken mit ihren Gegenmaßnahmen und das Vorgehen mit Pilot, Meilensteinen und Entscheidungspunkten. Ganz unten folgt der Beschlussvorschlag. Er fehlt erstaunlich oft, dabei kann ein Vorstand nur entscheiden, wenn klar ist, worüber. Formulieren Sie ihn konkret, etwa als Freigabe eines Pilotprojekts mit definiertem Budget und Zeitrahmen.
Für den Kostenteil hilft ein TCO-Vergleich (Total Cost of Ownership, die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer). Wie Sie die Kosten Ihrer bestehenden Website erheben, beschreibt unser Beitrag „Die Rechnung, die Ihre alte Website nie schickt“. Bei einer DXP auf Basis von Storyblok gehören zwei Verträge in die Rechnung. Die Storyblok-Lizenz schließt Ihr Unternehmen direkt mit Storyblok ab, bei der Auswahl des passenden Plans unterstützen wir Sie. Konzeption, Frontend-Entwicklung, Schnittstellen und Betreuung übernimmt Werbeberg.
Ein Pilot macht aus einer großen Entscheidung ein begrenztes Risiko.
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Einwände vorbereiten
„Die Website funktioniert doch“ und andere Sätze aus der Sitzung
Die meisten Einwände lassen sich vorhersehen. Wer sie kennt, baut die Antworten gleich in den Business Case ein und muss in der Sitzung nicht improvisieren.
Fast immer fällt irgendwann der Satz, die aktuelle Website funktioniere doch. Das stimmt, nur verursacht sie laufende Kosten, die auf keiner Rechnung stehen, und genau die macht der TCO-Vergleich sichtbar. Ähnlich oft heißt es, das Ganze sei ein Marketingprojekt. Dann hilft der Hinweis, dass die Plattform Vertrieb, Produktdaten, IT-Sicherheit und neue Märkte betrifft und dass IT und Einkauf den Vorschlag bereits mitgeprüft haben.
Hat das Unternehmen schon einen Relaunch erlebt, der aus dem Ruder gelaufen ist, kommt diese Erfahrung auf den Tisch. Ihre Antwort darauf ist das Pilotprojekt mit festem Umfang und einem klaren Entscheidungspunkt. Die Sorge, sich von einem neuen Anbieter abhängig zu machen, entkräftet die Architektur. Bei Headless sind Inhalte und Frontend getrennt. Inhalte lassen sich über Schnittstellen exportieren, und das Frontend kann weiterentwickelt oder ersetzt werden.
Bleibt der Einwand, die IT habe keine Kapazität. Den nehmen Sie vorweg, indem Sie den Aufwand für die IT vorab abstimmen und im Zeitplan berücksichtigen. Am schwierigsten ist oft die kürzeste Frage: Warum gerade jetzt? Hier brauchen Sie einen konkreten Anlass aus Ihrem Haus, etwa auslaufenden Support für das alte System, einen geplanten Markteintritt oder eine Messe, zu der die neuen Produktseiten stehen müssen.
Ein Vorschlag, den IT und Einkauf zum ersten Mal in der Vorstandssitzung sehen, erzeugt Widerstand. Beide Bereiche haben berechtigte Anforderungen, und beide fragt der Vorstand nach ihrer Meinung. Mit der IT sprechen Sie deshalb vorher über Sicherheit, Betrieb, Schnittstellen zu bestehenden Systemen und SSO (Single Sign-on, also die Anmeldung mit dem bestehenden Firmenkonto).
Mit dem Einkauf klären Sie, wie Lizenz, Dienstleistung und Betrieb vertraglich getrennt sind und welche Vergleichsangebote nötig sind. Tauchen die Punkte beider Bereiche im Business Case auf, hat der Vorschlag mehr Gewicht.
Offen ist dann nur noch, wie groß der erste Schritt sein soll. Big Bang bedeutet, alles auf einmal an einem Stichtag umzustellen. Das ist für Vorstände schwer zu genehmigen, weil Kosten und Risiko gleich zu Beginn vollständig anfallen. Ein Pilot beginnt mit einem klar begrenzten Bereich, etwa einer Produktlinie, einem Land oder dem Newsroom.
Nach dem Pilot haben Sie eigene Erfahrungswerte, und der Vorstand entscheidet über den nächsten Schritt mit Ergebnissen aus dem eigenen Haus.
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Zum Weiterleiten
Die Kurzfassung für Ihre Kollegen
Für Ihre Abstimmung mit Geschäftsführung, IT und Einkauf, zum direkten Weiterleiten:
Wir schlagen eine Plattform vor, mit der neue Produkte, Kampagnen und Märkte schneller online gehen.
Ziel ist weniger Abhängigkeit von einzelnen Dienstleistern und geringere Folgekosten bei neuen Kanälen und Sprachen.
Als Vergleichsmaßstab dienen die Kosten des Weiterbetriebs über fünf Jahre, inklusive interner Arbeitszeit.
Wir starten mit einem Pilotprojekt mit festem Umfang und einem Entscheidungspunkt, statt alles auf einmal umzustellen.
IT und Einkauf binden wir vor der Vorstandsvorlage ein, damit Sicherheit, Schnittstellen und Vertragsform geklärt sind.
Business Case, Einwände und Pilotplan als PDF
Whitepaper für Ihre Vorstandsvorlage
Das Whitepaper mit Vorlagen zum Ausfüllen: Gliederung für den 1-Seiten-Business-Case, die Kernfragen der Geschäftsführung, Einwände mit Antworten und ein Gerüst für den Pilotplan. Als Grundlage für Ihre interne Vorlage vor Geschäftsführung oder Vorstand.
Digital Experience Platform
Was hinter einer DXP steckt
Auf unserer Lösungsseite lesen Sie, wie eine DXP auf Basis von Storyblok und individuellem Frontend aufgebaut ist. Das hilft beim Abschnitt Lösung in Ihrem Business Case.
Kostenloses Erstgespräch
Business Case gemeinsam schärfen
Sie bereiten eine Vorstandsvorlage vor und möchten Ihre Argumente vorab prüfen lassen? Im Erstgespräch gehen wir Ihren Entwurf durch und besprechen, welche Fragen noch offen sind.
Werbeberg ist seit 2017 Storyblok Certified Partner. Mit Markus Geilehner haben wir einen Storyblok MVP im Team.
Sie bereiten eine Vorstandsvorlage vor und möchten Ihre Argumente vorab prüfen lassen? Im Erstgespräch gehen wir Ihren Entwurf durch und besprechen, welche Fragen noch offen sind.
Werbeberg ist seit 2017 Storyblok Certified Partner. Mit Markus Geilehner haben wir einen Storyblok MVP im Team.
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